Karting

Was ist Karting?

Als Erfinder des Karts wird gemeinhin der amerikanische Ingenieur Art Ingels angegeben, der Mitte der fünfziger Jahre seinen zwei Kindern ein Rohrrahmengestell mit Rasenmähermotor baute, damit diese im Garten herumfahren können. 1957 wurde der erste Kart-Club der Welt gegründet, der "Go-Kart-Club of America". Natürlich sahen diese Gefährte damals noch etwas anders aus, links eines vom Anfang der 60'er Jahre.

Durch die Stationierung der US-Soldaten in der Bundesrepublik wurden die ersten Go-Karts nach Deutschland gebracht und es sollte nicht lange dauern, bis auch der erste Club gegründet wurde. Das war 1960, und bereits am 24. April diesen Jahres wurde das erste offizielle Rennen hierzulande ausgetragen. Nebenbei: erst Jahre nachdem im Kartsport Slicks eingesetzt wurden, hat man auch in der Formel 1 diese profillosen Reifen eingeführt - die nun dort aber wieder verboten wurden.

Um 1970 wurde aus dem "Go-Kart" das "Kart". Ersteres klang nämlich doch zu sehr nach Kinderwagen, was auch nicht verwundert, denn so hieß um 1900 eine amerkanische Kinderwagenfabrik. Somit wurde das Kart "erwachsen" und immer mehr berühmte Rennfahrer gingen aus dieser Talentschmiede hervor. Hier einige Beispiele: Ayrton Senna, Alain Prost, Michael Schumacher, Mika Häkkinen, Heinz-Harald Frentzen, David Coulthard, Rubens Barichello, Stefan Bellof, Hans Heyer, Riccardo Patrese und noch viele, viele andere.

Kommen wir nun zu einem kurzen Überblick der Kartklassen:
Früher wurde nur mit Zweitakmotoren gefahren, heute gibt es aber aufgrund des Umweltschutzgedankens und auch wegen der geringeren Kosten bereits ein paar Viertakter-Klassen.

Bei den Zweitaktern unterscheidet man zunächst 2 grobe Gruppen: die Schalter (Karts mit Schaltgetriebe) und die Getriebelosen. Letztere sind praktisch die Basis des Kartsports. Hier gibt es weitere Klasseneinteilungen. Alle aufzuführen wäre hier zuviel und für den Laien auch zu verwirrend (außerdem zuviel Arbeit).
Nur soviel: man kann ab 8 Jahren und der entsprechenden Lizenz (Bambini-Klasse) schon die ersten Rennen fahren. Diese Karts sind mit ca. 70 km/h bereits schneller als ein normales Hallenkart. Weiter geht es ab 12 Jahren mit Karts die je nach Klasse 20-30 PS leisten und zwischen 130 und 160 km/h erreichen können. Ab 16 Jahren gilt man im Kartsport übrigens schon als Senior.
Bei den Schaltkarts unterscheidet man zwischen den 125ern und den 250ern (auch Superkarts genannt). Erstere haben 125 ccm, 40-45 PS, 6 Gänge und erreichen, genügend Auslauf vorausgesetzt, bis 200 km/h. Da bedarf es schon einer sehr kundigen Hand um diese Geschosse im Grenzbereich zu beherrschen.
Und nun wird's brutal: die Superkarts. Aus 250 ccm holen die Motoren bis über 80 PS und das bei einem Leergewicht von Kart plus Fahrer von ca. 200 kg. Umgerechnet z.B. auf z.B. einen VW Golf mit seinen ca. 1100 kg, würde das etwa 450 PS entsprechen. Sie beschleunigen von 0 auf 100 km/h in 2,5 sec. und erreichen bis zu 300 km/h. Diese Karts sind für die normalen Kartbahnen also zu schnell und fahren deswegen auch auf richtigen Rennstrecken wie Hockenheim- oder Nürburgring, Silverstone, Spa usw. Sie sind auch etwas größer als die vorhin angesprochenen Karts und mit richtigen Front- und Heckspoilern ausgerüstet. Ein Beispiel für die Leistungsfähigkeit der Superkarts: 1993 gab es im Rahmenprogramm der Formel 1 in Adelaide ein Superkartrennen. Der Pole-Mann der Superkarts wäre in der Formel 1-Startaufstellung in der 4. Startreihe gestanden.
Die Viertakter sind in der Regel nicht so leistungsfähig wie die Zweitakter und werden auch nicht so sehr als Nachwuchsklassen für den Automobilsport gesehen, sondern wenden sich eher an diejenigen die hauptsächlich Spaß am Kartfahren haben wollen und nicht Zehntausende von Mark in ihr Hobby stecken können und wollen.


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